Geschichte

«Nichts ist so beständig wie der Wandel», das gilt in besonderem Masse für die Bäckereidynastie Hug. Das Marktumfeld der ältesten Bäckerei der Stadt Luzern hat sich in den vergangenen 140 Jahren permanent verändert. Deshalb muss jede der bislang fünf Hug-Generationen das Unternehmen quasi neu erfinden, vom Gründer und Zuwanderer Josef Hug-Meyer bis zu den aktuellen Inhabern Paul Philipp Hug und Andreas Tobler. Was alle Generationen verbindet: Sie blicken über die Grenzen ihrer Backstube hinaus und wollen nicht nur gutes Brot, Gipfel und Kleingebäck herstellen, sondern vor allem gestalten. Auch als Bäcker suchen sie stets die unternehmerischen Freiräume, sind bereit, Neues auszuprobieren, Risiken einzugehen und damit Akzente in der Branche zu setzen.

So fasst der Wirtschaftshistoriker Bernhard Ruetz die Geschichte der Bäckerei Hug zusammen. Wer mehr über die Geschichte zwischen den Meilensteinen erfahren möchte, kann diese in seinem Buch nachlesen:  Backen mit Verstand. Wie sich die Bäckerei Hug seit 140 Jahren neu erfindet, Luzern 2017, CHF 25.- exkl. Versandkosten

Hier bestellen.

1851  26. Juni: Geburt von Josef Hug-Meyer in Staufen.

1870  Nach einer Bäckermeisterlehre in Staufen begibt sich Josef Hug-Meyer auf die Wanderschaft, die ihn nach Kaufbeuren und Berlin führt.

1875  Josef Hug-Meyer wandert in die Schweiz aus. In Luzern findet er eine Stelle in der Bäckerei von Franz Josef Zumbühl-Rüttimann.

1877  Als sein Meister verstirbt, pachtet Josef Hug-Meyer die Bäckerei. Am 15. Oktober startet er offiziell mit der Produktion.

1878  7. Oktober: Josef Hug heiratet die Bauerntochter Maria Meyer aus Dieboldswil.

1879  16. August: Geburt des Sohnes Josef, es folgen Ferdinand, Anna, Marie, Otto und Hans.

1881  Josef Hug-Meyer mietet eine Backstube an der Hofstrasse 14 in Luzern. Zusätzlich mietet er ein kleines Ladenlokal an der Alpenstrasse 12.

1885  Um die Produktionskapazität zu erhöhen, mietet Josef Hug-Meyer zwei Backstuben hinzu.

1888  15. Januar: Josef Hug-Meyer erhält das Bürgerrecht der Stadt Luzern. Kauf einer Bauparzelle an der Alpenstrasse 10.

1889  Das neue Wohn- und Geschäftshaus wird fertiggestellt.

1892  19. August: Geburt von Hans Hug-Kuhn als sechstes Kind von Josef Hug-Meyer.

1895  Lehre von Josef Hug-Schmid im Familienbetrieb, später Volontär in Wien.

1900  Josef Hug-Meyer kauft das über Eck liegende Gebäude an der Hofstrasse 4 hinzu. Einbau eines neuen Kohlenbackofens mit drei Etagen und indirekter Beheizung.

1904  Installation der ersten Teigknetmaschine und des ersten indirekt beheizten Backofens.

1904  Josef Hug-Schmid wird Teilhaber der Bäckerei Hug, die nun «Jos. Hug & Sohn» heisst.

1906  Heirat von Josef Hug und Bertha Schmid, Geburt des ersten Sohnes Josef, es folgen vier weitere Kinder: Franz, Berta, Paul und Werner.

1907  Kauf des angrenzenden Hauses an der Alpenstrasse 8.

1909  Der erste Zwiebackröstofen wird eingebaut. Das Zwieback-Versandgeschäft läuft auf Hochtouren.

1911  Die Bäckerei Hug wird zum Hoflieferanten des belgischen Königshauses ernannt.

1912  Josef Hug-Meyer lässt sich eine Villa an der Bergstrasse 27 errichten.

1913  Gründung der Zwiebackfabrik Hug AG in Malters durch Josef Hug-Schmid, Hans Hug-Kuhn und Ferdinand Steiner, Produktionsstart 1914.

1913  7. September: Geburt von Paul Hug-Brun, dem vierten Kind von Josef Hug-Schmid.

1914  Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Das Tourismusgeschäft bricht ein, es folgen anspruchsvolle Jahre für die Bäckerei Hug.

1916  Josef Hug-Meyer übergibt den Betrieb an seine Söhne Josef Hug-Schmid und Hans Hug-Kuhn. Die Firma wird in «Jos. Hug Söhne» umbenannt.

1916  27. Juni: Josef Hug-Schmid ist Mitgründer der Einkaufsgenossenschaft Pistor und leitet bis 1948 die Betriebskommission. Diese Aufgabe überträgt er dann seinem Sohn Paul Hug-Brun.

1921  10. Oktober: Hans Hug heiratet Sylvia Kuhn. Das Paar hat vier Kinder: Sylvia, Adelheid, Hans und Marlies.

1924  1. Mai: Tod von Josef Hug-Meyer im Alter von 72 Jahren.

1926  1. Mai: Geburt von Hans Hug-von Werdt.

1926  Installation des ersten elektrisch beheizten Backofens. Der Transport mit Pferdefuhrwerk wird eingestellt, das erste Auslieferfahrzeug ist ein Fiat.

1927  Verbindung der Häuser Alpenstrasse 8 und 10. In den nächsten Jahren folgen weitere Häuserzukäufe, um die Produktion auszuweiten.

1930  Kauf der Liegenschaft Hofstrasse 6, ein Jahr später kommt die Liegenschaft Stadthofstrasse 3 hinzu.

1931  Die langjährigen Angestellten werden in einer Personalfürsorge-Stiftung versichert.

1932  Paul Hug-Brun, der Sohn von Josef Hug-Schmid, tritt ins Unternehmen ein.

1937  Josef Hug-Schmid geht in den Ruhestand. Paul Hug-Brun und sein Onkel Hans Hug-Kuhn führen gemeinsam den Betrieb durch die schwierigen Kriegsjahre.

1938  Umbau der Bäckerei, die Konditorei und die Spedition erhalten mehr Platz.

1939  Die Hug-Backstube ist zu 50 Prozent von der Armee belegt, die dort abwechselnd mit der Bäckerei Hug backt.

1941  21. August: Paul Hug heiratet Silvia Brun. 25. Mai 1942 Geburt der Zwillinge Georg und Paul, es folgen die Töchter Angela und Katharina.

1943  Totalumbau und Vergrösserung des Verkaufslokals.

1946  Paul Hug-Brun und sein Cousin Hans Hug-von Werdt werden neue Teilhaber der Bäckerei Jos. Hug Söhne in der dritten Generation.

1951  Kauf der Liegenschaft Hofstrasse 8.

1952  24. November: 75-Jahr-Jubiläum von Bäckerei Hug und Zwieback Hug.

1952  Vergrösserung der Backfläche, Einbau eines Schaufelrad-Backofens sowie einer Kühl- und Tiefkühlanlage.

1955  20. April: Hans Hug heiratet Elisabeth von Werdt. Das Paar hat vier Kinder: Pia, Hans, Stefan und Gregor.

1957  Freigabe der Brotpreise, in der Folge müssen vor allem Kleinstbäckereien aufgeben.

1958  19. Mai: Tod von Hans Hug-Kuhn.

1961  Paul Hug-Brun wird Verwaltungsratspräsident bei der Einkaufsgenossenschaft Pistor.

1961  19. März Geburt von Stefan Hug-Mayrhofer.

1962  18. Oktober: Josef Hug-Schmid stirbt mit 83 Jahren.

1962  12. Dezember: Paul Hug-Brun und Hans Hug-von Werdt gründen die «Hug Brot AG».

1965  Paul Hug-Riedweg, der Sohn von Paul Hug-Brun, beginnt im Unternehmen.

1966  24. November: Erste Produktionsschicht in der «Brotfabrik» am neuen Standort Littau.

1967  5. September: Paul Hug heiratet Bettina Riedweg. Das Paar hat vier Kinder: Franziska, Simone, Caroline und Paul Philipp.

1970  Kauf der Liegenschaft Hofstrasse 2/Alpenstrasse 12. Nun gehört der Familie Hug ein Block von sieben zusammenhängenden Häusern an Hofstrasse, Alpenstrasse und Stadthofstrasse.

1974  Die Hug Brot AG produziert im Auftrag von Pistor Tiefkühlgipfel – eine unternehmerische Pioniertat, die jedoch wegen technischer Probleme nicht fortgeführt wird.

1977  100-Jahr-Jubiläum der Bäckerei Hug. Im Jubiläumsjahr wird die Hug Brot AG umbenannt in Bäckerei-Konditorei Hug AG. Damit verbunden ist eine Rückkehr zur vermehrten manuellen Produktion.

1977  Die Bäckerei Hug eröffnet ihre erste Filiale in Littau. Ein Jahr später folgt eine zweite Filiale in Meggen.

1978  Komplettrenovation des Ladens in der Alpenstrasse, Anschaffung eines «Corona»-Ofens und Modernisierung der Telefonzentrale.

1978  13. Mai: Geburt von Paul Philipp Hug.

1983  Die Bäckerei Hug erwirbt Anteile an der Löwencenter AG in Luzern und ist künftig dort stets mit einem Geschäft präsent.

1983  Paul Hug-Brun weiht das neue Pistor-Verwaltungsgebäude in Rothenburg ein.

1984  Für den Besuch von Papst Johannes Paul II. produziert die Bäckerei Hug 10’000 Anismodel und ca. 40’000 Stück Kleinbrot.

1985  Paul Hug-Riedweg übernimmt in der vierten Generation die Leitung der Bäckerei-Konditorei Hug AG von seinem Vater Paul Hug-Brun. Auch sein Cousin zweiten Grades, Stefan Hug-Mayrhofer, arbeitet bereits im Unternehmen mit. Verlegung der gesamten Produktion nach Littau.

1986  Strategiewechsel hin zum Ausbau des Filialnetzes.

1987  Die Liegenschaften an der Alpen-, Hof- und Stadthofstrasse werden verkauft.

1988  Stefan Hug-Mayrhofer übernimmt als weiterer Vertreter der vierten Generation die Anteile seines Vaters Hans Hug-von Werdt, der in den Ruhestand geht.

1988  und folgende Jahre: Übernahme diverser Bäckereien aus der Region und Eingliederung ins Filialnetz.

1989  2. September: Stefan Hug heiratet Priska Mayrhofer.

1989  Die Bäckerei Hug produziert zum Geburtstag des Löwencenters eine Riesentorte in Form eines liegenden Löwen. Daraus können 3400 Tortenstücke geschnitten werden.

1990  Der Jahresumsatz der Bäckerei-Konditorei Hug AG übersteigt erstmals die 10-Millionen-Grenze.

1991  5. Februar: Paul Hug-Brun stirbt mit 77 Jahren.

1991  Paul Hug-Riedweg wird Verwaltungsratspräsident bei Pistor.

1999  Der Produktionsbetrieb in Littau wird komplett umgebaut und modernisiert.

2007  Hug betreibt insgesamt 14 Läden und 6 Cafés. Das Unternehmen überschreitet beim Umsatz erstmals die 20-Millionen-Grenze.

2008  Ausbau der Produktion in Littau.

2009  Paul Philipp Hug übernimmt die Bäckerei-Konditorei Hug AG und tritt in fünfter Generation die Nachfolge seines Vaters Paul Hug-Riedweg als Geschäftsführer an. Start von Andreas Tobler im Unternehmen.

2010 bis 2016  Eröffnung von mehreren Filialen an Hochfrequenzlagen wie dem Bahnhof Luzern oder dem Bahnhof Zürich Oerlikon.

2012  Einstieg ins Geschäft mit Tiefkühlbackwaren.

2015  Umwandlung der Bäckerei-Konditorei Hug AG zur Hug Gruppe AG im Besitz von Paul Philipp Hug und Andreas Tobler mit den drei Tochterunternehmen Hug Bäckerei AG zur Produktion und zum Vertrieb von Backwaren, Hug Retail AG zum Detailhandel mit Backwaren und Wirzhaus AG mit klassischer Gastronomie.

2015  Paul Philipp Hug wird Verwaltungsratspräsident der Hug Bäckerei AG, der Hug Retail AG und der Wirzhaus AG, Andreas Tobler wird Geschäftsleiter der Hug Bäckerei AG sowie Delegierter des Verwaltungsrates bei der Hug Bäckerei AG und bei der Hug Retail AG.

2016  Hug Gruppe überschreitet die Umsatzgrenze von 35 Millionen Franken.

2017  Jowa beteiligt sich mit einer Mehrheit an der Hug Bäckerei AG

Unsere Filialen. Wir sind in Ihrer Nähe.